Der Weg dazwischen – Bye bye, Elbe

… Vom Dresdner Neumarkt zum Aachener Katschhof …

Kein Regen und Wind mehr, dafür Sonne satt. Ich starte an dem Meißner Café, an dem ich meine Wanderung zuvor beendet habe. Der Elberadweg ist heute voll von Menschen. Viele lächelnde Gesichter, in die ich blicke. An der Altstadtbrücke entscheide ich mich – gegen die Empfehlung meiner App – für den linkselbischen Weg. Er ist lauter, weil er manchmal direkt neben der B6 verläuft und schattiger. Schön ist er dennoch. Und die Klosterruine ‚Zum Heiligen Kreuz‘ hätte ich auf der anderen Flussseite verpasst. Noch einmal geht es durch die Elbauen, bis der Weg einen Schwenk nach links macht. Bye bye, Elbe! Fast drei Etappen lang war sie meine Begleiterin. Hinter Niedermuschütz geht es noch einige Kilometer auf einem malerischen Alleen-Feldweg namens Eckhardsberg bis zu meinem heutigen Zielort. Der Blick hier ist weit und die Sonne steht bereits tief. Als ich Wölkisch erreiche, beginnt es langsam zu dämmern.

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Der Weg dazwischen – ein Moment der Stille

… Vom Dresdner Neumarkt zum Aachener Katschhof …

Die Radfahrer auf dem Elberadweg fahren schnell an mir vorbei. Insgesamt sind es sehr wenige Menschen, denen ich an diesem windigen und kalten Tag in den Elbauen zwischen Radebeul und Meißen begegne. Nur ein Wanderer ist unter ihnen. Kein Wunder, der Wind ist laut und unangenehm. Doch ein einziges Mal verstummt er. Allein für diese wunderbaren Momente der Stille hat sich die heutige Etappe gelohnt. Sechzehn Kilometer und vier Regenschauer später habe ich plötzlich ein Ringelnatz-Gedicht im Kopf:

Die Ameisen

In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee,
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.
So will man oft und kann doch nicht
Und leistet dann recht gern Verzicht.

(Joachim Ringelnatz, 1883-1934)

Von wegen Verzicht! Ich freue mich schon auf die nächste Etappe.

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