Gelee ohne Schwips

Jedes Jahr am Aschermittwoch beginnt auch meine persönliche Fastenzeit. Sieben Wochen lang bin ich dann Vegetarierin. Als ich vor vier Jahren damit begonnen habe, ist mir diese Form des Verzichts noch unglaublich schwer gefallen. Dabei war ich bis dahin fest davon überzeugt gewesen, Fleisch gar nicht besonders zu mögen und auch nicht viel davon zu essen. So kann man irren. Doch es wird von Jahr zu Jahr leichter, Vegetarierin auf Zeit zu sein, und irgendwann möchte ich nach der Fastenzeit gar nicht mehr damit aufhören. Mal schauen, wann mir das tatsächlich gelingt.

20160211_133728Neben Fleisch, Fisch und weiteren Produkten, die in irgendeiner Form Tierisches enthalten, verzichte ich während dieser sieben Wochen auch auf Alkohol. Als mein Blick gestern Abend auf die angebrochene Rotweinflasche vom Wochenende fiel, musste also eine alternative Verwendung für das restliche Getränk her. Denn nach sieben Wochen schmeckt offener Wein garantiert nicht mehr. Kurz darauf fiel mir das Päckchen Gelierzucker ein, das vom Kochen des Quittengelees im letzten Herbst übrig geblieben ist. Wein und Gelierzucker bildeten zwei Reste, die sich im Kochtopf wunderbar zusammenfügten und mir schon nach wenigen Minuten Zubereitungszeit zwei große Gläser Weingelee bescherten. Und da dieser nun – hoffentlich – alkoholfrei ist, werde ich ihn auch während der Fastenzeit genießen. Denn auf Süßigkeiten verzichte ich zum Glück nicht.

Wer’s nachmachen will: Man braucht wirklich nur Rotwein und Zucker. Auf 750 Milliliter Wein kommen 500 Gramm Gelierzucker. Beide Zutaten müssen mindestens drei Minuten lang kochen. Ich habe es unter ständigem Rühren doppelt so lange köcheln lassen, damit sich der Alkohol auch wirklich verflüchtigt. Anschließend füllt man die heiße Flüssigkeit in Marmeladengläser, verschließt sie sofort und stellt die Gläser einige Minuten auf den Kopf. Funktioniert bestimmt auch prima mit Weißwein.

Advertisements

Ins Land der Franken fahren

20160206_151845an einem Vorfrühlingstag, durch Frauendorf, Dörnwasserlos oder Bad Staffelstein …

Orte meiner Kindheit, fest verwurzelt in der Vergangenheit und ganz im Hier und Jetzt.

20160206_17171020160206_143346

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kurzer Stopp am Fuße des Staffelbergs, einst Sitz einer der größten Keltensiedlungen. Ein spannender Ort.

 

 

 

 

 

Auf unserem Weg begegneten uns

20160206_15481620160206_172050

grüblerische Heilige,

20160206_151057Hüter an Eckposten

 

und durch Auen tanzende Engel.

 

 

20160206_150552

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und dann ragten sie plötzlich auf, die Türme von Kloster Banz …

20160206_170308

… und Vierzehnheiligen, doch letztere gänzlich verhüllt.

20160206_17082520160206_151932

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Später dann die langsam untergehende Sonne – ein letzter Blick auf Kloster Banz. Kilometer weiter die Lichter von Scheßlitz aus der Ferne im Dämmerlicht. Kann ein Tag stimmungsvoller schließen?

Darüber lässt sich streiten. Vorzugsweise in einer alten Bamberger Mühle mit mittelalterlichem Gebälk quer durch die Gaststube, wo die Bamberger nach Konzert, Theater und stressiger Arbeit bei einem Schoppen ‚Ewig Leben‘ mit den Tischnachbarn über Gott und die Welt diskutieren. Viele Positionen, wohin das Ohr hört und das Auge blickt …

bei Rhöngeist und Bacchus, Zechern und Heiligen.

 

 

20160206_192604

 

 

 

 

 

Der Heimweg führt schließlich über alte Brücken mit Blick auf das erleuchtete Bamberg. Romantik pur …

… bis man ein paar Ecken weiter auf ein ganz

 

 

anderes erleuchtetes Zeugnis der Bamberger Vergangenheit stößt: 

20160206_192848dem späten und abseits liegenden, dafür umso ausdrucksstärkeren Brandmal – geschaffen von Miriam Giessler und Hubert Sandmann – zum Gedenken der 1000 Opfer, ermordet im Namen der Inquisition, …

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… und zugleich Verpflichtung für unsere Tage …20160206_192832